Erneuerbare Energie

Erneuerbare Energien: Wie Ökostrom schon bis 2030 unser Energiesystem revolutionieren kann

Eine Studie zeigt: 100% erneuerbarer Strom aus Solar, Wind und Batterien ist bis 2030 machbar – und günstiger als fossile Energie. Der Schlüssel liegt in der optimalen Kombination der Ökostrom-Technologien. Was die Erneuerbaren so disruptiv macht und warum sie unser Energiesystem komplett umkrempeln werden.

 

RethinkX
https://www.rethinkx.com

Eine provokante These macht die Runde: Unser Strom könnte bis 2030 zu 100% aus erneuerbaren Energien wie Solar, Wind und Batterien kommen – und das billiger als jede Alternative. Normalerweise fange ich an diesem Punkt, nach über 20 Jahren in der Energiewirtschaft, immer zu lachen an. Doch bei Tony Seba, der mit vielen seiner Aussagen in der Vergangenheit recht behalten hat, verkneife ich mir das lieber mal. Was steckt hinter den Aussagen von Tony Seba und der RethinkX-Studie und was bedeuten sie für die deutsche Energiewende?

Tony wer?

Kennen Sie Tony Seba? Nein? Dann wird es Zeit. Der US-Wissenschaftler und Silicon Valley-Entrepreneur hat mit seinen Thesen zur Disruption unseres Energiesystems weltweit für Aufsehen gesorgt. Viele halten ihn für einen Spinner – so wie einst diejenigen, die vor einer Abhängigkeit von russischer Energie warnten. Und doch verdienen seine Argumente, genau angehört zu werden. Seba hat diverse Bücher geschrieben, eins davon habe ich kürzlich gelesen: „Clean Disruption of Energy and Transportation„. Zusätzlich gibt es zahlreiche YouTube-Videos, ein besonders interessantes Video gibt es unter diesem Artikel.

Sebas Studie „Rethinking Energy“ hat es in sich: Bis 2030, so das Fazit, könnte der Strom in den USA vollständig aus Solar, Wind und Batterien (SWB) erzeugt werden – und zwar günstiger als jede fossile oder nukleare Alternative. Besser noch: Dieser radikale Umbau hin zu 100% erneuerbaren Energien würde gigantische Mengen Ökostrom zu Grenzkosten nahe Null produzieren, die sogenannte „Super Power“. Eine Energierevolution! Als ich das Paper gelesen habe, muss ich zugeben, dass es mich schon sehr begeistert hat. Energie im Überfluss, bezahlbar und zu jeder Sekunde verfügbar, ist nämlich genau das, was ich mir für die Menschheit wünsche.

Sofort kam mir jedoch das berühmte Zitat aus dem Jahr 1954 von Lewis Strauss in den Kopf. (Nicht der mit den Jeans sondern, dem Vorsitzenden der US-Atomkommission) Und zwar, dass Strom „zu billig zu messen“ sein wird. Das war das (leere) Versprechen der Atomkraft.

Doch der Reihe nach. Was steckt hinter diesen steilen Thesen und was bedeuten sie für die Energiewende? Um das zu verstehen, lohnt ein Blick auf die Kernaussagen der Studie.

Exponentieller Preisverfall bei Erneuerbaren

Der Dreh- und Angelpunkt von Sebas Analyse ist die atemberaubende Kostenentwicklung von Photovoltaik, Windkraft und Lithium-Ionen-Akkus. Allein zwischen 2010 und 2020 sind die Preise für Solar um 82%, für Wind um 46% und für Batterien um 89% gefallen. Und RethinkX erwartet ein anhaltendes exponentielles Wachstum: Bis 2030 sollen die Kosten nochmal um 70% (Solar), 40% (Wind) und 80% (Batterien) sinken. Das ist doch mal eine Hausnummer.

Kostenentwicklung von Solar, Wind und Batterien
Abbildung 1: Kostenentwicklung von Solar, Wind und Batterien seit 2010 (Daten: RethinkX)

Damit wären erneuerbare Energien nicht nur die mit Abstand günstigste Art, Ökostrom zu erzeugen. In Kombination ließen sich Solar, Wind und Speicher sogar so skalieren, dass sie die komplette Stromversorgung übernehmen – zu radikal niedrigen Kosten. Laut Studie könnte ein 100% erneuerbares System in sonnenreichen Staaten wie Kalifornien oder Texas Strom für 2-3 ct/kWh liefern. Das ist ein Bruchteil dessen, was neue Gas- oder Atomkraftwerke kosten.

Die „Ökostrom-U-Kurve“

Doch braucht es für 100% Ökostrom nicht absurd viel Speicherkapazität, um auch dunkle Flauten im Winter zu überbrücken? Nein, sagt die Studie und führt dafür ein bestechend einfaches Konzept ins Feld: die „Clean Energy U-Curve“. Dahinter verbirgt sich laut RethinkX ein Zusammenhang zwischen erneuerbarer Erzeugungskapazität und nötiger Speichergröße.

Im Kern besagt die U-Kurve: Es gibt einen optimalen Mix aus Erzeugung und Speicherung von Ökostrom, der die Systemkosten minimiert. Dieser „Sweet Spot“ liegt bei viel Solar (da am günstigsten), deutlich weniger Wind und vergleichsweise bescheidenen Batteriekapazitäten von 35-90 Stunden des durchschnittlichen Bedarfs. Ein 100% Solar+Wind+Batterie-System  (SWB) wäre demnach nicht nur machbar, sondern auch ökonomisch sinnvoll.

Saubere Energie-U-Kurve
Saubere Energie-U-Kurve (Quelle: RethinkX)

Die „Super Power“-Dividende des Ökostroms

Das Faszinierendste an der Studie ist für mich die „Super Power“. Was nach der Superkraft eines Comic-Helden klingt, beschreibt die gigantischen Mengen an quasi kostenlosem Ökostrom, den ein stark ausgebautes Solar-Wind-Batterie-System zwangsläufig produziert. Der Grund: Sind die Kapazitäten für erneuerbare Energien erst mal bezahlt, liefern sie den Großteil des Jahres viel mehr Strom als gebraucht – zu Grenzkosten nahe Null. Ein zusätzliches Investment von „nur“ 20 % würde zu einem Output von 200 – 300 % mehr führen, was ein gewaltiger Hebel ist. Dadurch würde „Super-Power“, eine Fülle an Energie erzeugt werden, so der Ergebnis von RethinkX.

Super Power Rethinkx
Super Power (Quelle: RethinkX)

Was unser derzeitiges, auf fossile Brennstoffe getrimmtes System als „Überspeisung“ verschmäht, könnte nun zum Segen werden: Als Treiber für die Dekarbonisierung anderer Sektoren, vor allem Verkehr, Wärme und Industrie. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten, wie diese „Super Power“ des Ökostroms eingesetzt werden kann:

  • Verkehrswende: Mit der „Super Power“ könnte die Elektrifizierung des Straßenverkehrs enorm beschleunigt werden. E-Autos würden mit fast kostenlosem Ökostrom fahren. Der Umstieg wäre nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch hochattraktiv. Allein in den USA könnten so über 60% des Ölverbrauchs eingespart werden.
  • Grüner Wasserstoff: Überschüssiger Ökostrom aus erneuerbaren Energien kann per Elektrolyse in „grünen“ Wasserstoff umgewandelt werden – den Treibstoff der Zukunft für Industrie, Schwerlastverkehr und Langzeitspeicherung. Die „Super Power“ würde H2 konkurrenzlos günstig machen.
  • Sektorkopplung: Durch intelligente Verknüpfung von Strom, Wärme, Verkehr und Industrie ließe sich der Ökostrom-Überschuss optimal nutzen, etwa für Power-to-Heat mit Wärmepumpen oder in strombasierten Industrieprozessen. Das senkt die Gesamtsystemkosten und den Verbrauch fossiler Brennstoffe.

 

In der Tat drängt sich die Analogie zur Digitalisierung auf, wo einst knappe Informationen dank Internet-Revolution auf einmal im Überfluss quasi kostenlos verfügbar wurden. Genauso hat „Super Power“ aus erneuerbaren Energien das Zeug, ganze Branchen zu revolutionieren und neu zu erfinden. Schon ein 20% größerer Ausbau als für 100% erneuerbare Stromversorgung nötig wäre, würde die Ökostrom-Überschüsse glatt verdoppeln!

Das eröffnet Chancen für Wertschöpfung, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Man denke nur an die wachsende Zahl von Rechenzentren und die rasanten Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz – beides Bereiche mit enormem Strombedarf.

Die Zeichen stehen auf Disruption

Klar ist: Das Potenzial der erneuerbaren Energien ist riesig, die Weichenstellung hin zu Ökostrom nicht mehr aufzuhalten. Sobald Wind, Solar und Speicher preiswerter sind als fossile Alternativen, führt an ihrem Ausbau kein Weg mehr vorbei. Länder, die das verschlafen, dürften über kurz oder lang den Anschluss verlieren – ökonomisch wie ökologisch.

Disruption X-Curve
Disruption X-Kurve (Quelle: RethinkX)

Nur in den USA möglich?

Die Erkenntnisse aus den USA sind auch für Deutschland oder andere Länder höchst relevant. Zwar sind die Voraussetzungen hierzulande anders – weniger Sonne, dafür mehr Wind und ein gut ausgebautes Stromnetz. Dennoch zeigt die Studie, wohin die Reise geht: Zu einem smarten Ökostrom-System, das nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch haushoch überlegen ist. Um dieses Potenzial zu heben, muss die oft planlos wirkende deutsche Energiepolitik entschlossen handeln:

  • Kohleausstieg vorziehen: Mit Blick auf Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit hätte man, statt zu früh aus der Kernkraft auszusteigen, Kohle so schnell wie möglich loswerden sollen. Kohle ist die tödlichste aller Energieerzeugungsformen und mir ist völlig unverständlich, wie manche in Deutschland stolz auf eine „Energiewende“ sein können, die immer noch dreckige Kohlekraftwerke benötigt.
  • Ökostrom-Ausbau beschleunigen: Die Ausbauziele für Wind- und Solarenergie müssen drastisch erhöht und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Das Wichtigste hierbei ist der Netzausbau. Dieser ist lächerlich langsam in Deutschland.
  • Marktdesign anpassen: Um den hohen Anteil variabler Ökostrom-Einspeisung zu integrieren, braucht es Reformen am Strommarkt. Flexibilität auf Angebots- und Nachfrageseite muss besser vergütet, Speicher und Sektorkopplung gestärkt werden.
  • Sozialverträgliche Gestaltung: Für Beschäftigte und Regionen, die vom Umbau betroffen sind, müssen frühzeitig Perspektiven entwickelt werden. Nur wenn die Energiewende fair gestaltet wird, kann sie dauerhaft gelingen.
  • Super-Dividende: Der Ansporn für diesen gewaltigen Kraftakt sollte das Versprechen sein, Energie billig, im Überfluss und zu jeder Zeit zu haben – egal ob „Dunkelflaute“ oder nicht. Nur so lassen sich die Bürger für die Kosten der Energiewende begeistern. Das Argument des Klimaschutzes, der nur „eine Kugel Eis“ kostet, wirkt bisher wie ein schlechter Witz. Ebenso der Spruch „Wind und Sonne schicken keine Rechnung“ – ja mag sein, aber das dafür nötige Verteilnetz schon.

Klare Vorschläge für Deutschland und die erneuerbaren

In einer Kurzstudie analysiert RethinkX speziell wie Deutschland es schaffen könnte, sich bis 2035 komplett selbst zu versorgen inkl. „Super-Power“. Dabei gehen die Schätzungen von Kosten (Investitionen) von ca. 1.500 Mrd. USD aus. Das liegt auch im Bereich dessen was mir bekannt ist, und zwar Schätzungen die zwischen 1 – 3 Billion Euro liegen um ein System von 100 % grüner Energie zu erreichen. RethinkX schätz die Kosten für den Bezug von fossilen Brennstoffen in Deutschland auf 120 Mrd. USD. Da man auf diese Importe anschließend verzichten könnte und die Kosten von 1,5 Billion USD pro Jahr umlegt, wären diese geringer als für den Import fossiler Brennstoffe. Anschließend hätte man noch den Vorteil der „Super-Power“ also Energie zum „Nulltarif“. Oder wie Christian Lindner sagte „Erneuerbare Energien sind Freiheitsenergien“.

Superpower Deutschland
Quelle: RethinkX U-Kurve für Deutschland
Kosten Deutschland 100% erneuerbare
Quelle: RethinkX Kosten für Deutschland

 

Die Vorschläge für die deutsche Politik von RethinkX sind folgende:

  • Klares Bekenntnis zu 100% Solar, Wind & Batterie-Stromversorgung bis 2030, komplett sauberes Energiesystem bis 2035. Konkrete Ziele, Herausforderungen und Maßnahmen definieren, um Märkte und Bürger zu mobilisieren.
  • Raus aus fossilen Subventionen: Alle nicht absolut notwendigen Hilfen für Kohle, Öl und Gas stoppen. Alte Kraftwerke nur noch als Übergang dulden, mit klarem Ausstiegsdatum. Kein neues Geld mehr für Atom, Erdgas oder H2!
  • Freie Energiemärkte schaffen: Barrieren abbauen, faire Bedingungen für neue Player. Solar & Co. sind längst wettbewerbsfähig – wenn man sie lässt. Regelmonopole und versteckte Subventionen stehen dem Umbau im Weg.
  • „Energie-Grundrechte“ für alle: Jeder muss Strom erzeugen, speichern, handeln dürfen. Diese Demokratisierung ist der Schlüssel für die Disruption – von Elektroautos, die zu Hause laden, bis zu lokalen Microgrids.
  • Wärmewende jetzt: Volle Kraft für die Elektrifizierung von Heizung und Kochen. Standards und Plug-and-Play-Lösungen für Solar-Dächer, Wärmepumpen & Co. Deutschland kann die Blaupause für die globale Wärme-Disruption liefern.
  • Menschen schützen, nicht Industrien: Ja, die Wende wird Jobs kosten. Aber auch massenhaft neue schaffen. Die Beschäftigten verdienen Hilfe für den Übergang – die Konzerne nicht. Gezielte Qualifizierung statt Rettung dem Untergang geweihter Geschäftsmodelle.

 

Dass unser Stromsystem komplett umgekrempelt werden muss, hat sich inzwischen überall herumgesprochen. Die neue Kraftwerksstrategie der Bundesregierung ist in meinen Augen viel zu Unklar beschrieben. Man möchte zwar irgendwas, aber so richtig weiss keiner wie das funktionieren soll. Der zögerliche Netzausbau und die Debatten über Laufzeiten und Backup-Kapazitäten zeigen aber, dass die Dimension der Aufgabe noch nicht überall verstanden wurde. Immer noch dominiert vielerorts das fossile Denken: Grundlast, Reserve, Versorgungssicherheit um jeden Preis. Klar, Versorgungssicherheit muss oberste Priorität haben. Sie ist das Rückgrat jeder Wirtschaft. Ohne Energie, vor allem ohne günstige Energie, ist nicht nur Wachstum gefährdet, sondern die gesamte Ökonomie.

Klar ist aber auch: Unser Verbrauchsverhalten hat sich stark verändert und wird sich weiter wandeln. Es gibt zunehmend flexible Verbraucher wie Speicher und E-Fahrzeuge und auch das Homeoffice hat die Lastprofile verändert. Durch Lastverschiebung und -optimierung lässt sich die Nachfrage besser steuern als früher. Digitalisierung und bezahlbare Technologien sei Dank.

Die Welt hat Deutschland beim Ökostrom viel zu verdanken

Zumindest hier darf man sich auf die Schulter klopfen: Die deutsche Energiewende war ein Geschenk an die Welt. Sie hat PV-Anlagen, Windturbinen und Batterien global günstiger gemacht. Der Hauptgewinner war zwar China statt Deutschland, aber immerhin: Die dadurch weltweit entstandene CO2-Einsparung sollten wir uns teilweise auch selbst gutschreiben. Wären wir konsequent aus Kohle statt Atom ausgestiegen, könnten wir wirklich stolz auf unsere Klimabilanz sein.

Umso ärgerlicher, dass wir hierzulande wertvolle Zeit verschwendet haben. Statt entschlossen in erneuerbare Energien zu investieren, haben wir die Abhängigkeit von Putins Gas zementiert. Statt mutig neue Wege zu erkunden, haben wir alte Strukturen verteidigt. Mit der Disruption durch Ökostrom schlägt jetzt die Stunde der Wahrheit. Die Frage ist nicht ob, sondern wie schnell wir sie annehmen. Tony Sebas Analyse liefert wertvolle Denkanstöße dafür, was alles möglich ist.

Eine Stromversorgung fast zum Nulltarif wäre ein Vermächtnis, auf das wir wirklich stolz sein könnten. Es wäre der Preis für eine Halbierung unseres CO 2-Fußabdrucks.

Träumerei oder realistisch?

Die ersten Prozente bei einer Disruption zu schaffen sind am einfachsten, die letzten hingegen sind am schwersten. 100% erneuerbare Energien sind jedoch keine ferne Utopie mehr. Der Mix aus Solar, Wind und intelligenter Speicherung hat das Potenzial, unsere Stromversorgung grundlegend zu revolutionieren – sauberer, günstiger und reichlicher, als die meisten heute glauben. Die RethinkX-Studie zeigt: Die Technologien sind reif, die Kostenkurven sind gekippt, die Disruption des fossilen Energiesystems ist in vollem Gange. Seba sagte bereits vor 10 Jahren die Preisentwicklung bei den Solar- und Speichermodulen voraus und die Welt hat sich mit zunehmendem Klimabewusstsein ebenfalls stark gewandelt.

Klar ist aber auch: Es gibt keinen Masterplan von der Stange. Jedes Land braucht eine maßgeschneiderte Lösung für seine spezifische Situation. Für Deutschland heißt das: Raus aus alten Denkmustern, rein in eine disruptive Ökostrom-Logik. Mit innovations freundlicher Regulierung statt Klein-Klein, mit Zuversicht statt German Angst. Sonst drohen wir die Chancen der Energiewende zu verpassen. Zeit, die wir im Kampf gegen die Energiekrise nicht haben.

Wir müssen raus aus den fossilen Rohstoffen!

Wir brauchen ein radikales Umdenken. Warum es wichtig so ist, dass wir saubere und bezahlbare Energie brauchen und aus den fossilen Rohstoffen raus müssen, wird in der Video Serie „Energy Transition Crisis“ ausführlich beschrieben. Die Video-Serie von Erik Townsend empfehle ich jedem anzusehen und ich habe dafür auch das deutsche Transkript geschrieben. Zu finden bei mir auf dem Blog unter „Energiekrise“ oder bei Energy Transition Crisis. Auch wenn die Serie eher Kernkraft als Lösung für unsere Energieprobleme sieht, das Ziel hin zu einer Dekarbonisierung und weg von fossilen Rohstoffen, ist das selbe.

Erneuerbare bieten Chancen, nutzen wir sie.

Die fossile Logik muss über Bord, um Platz für Neues zu schaffen. Erneuerbare Energien wie Solar und Wind, kombiniert mit Speichern, sind viel mehr als eine grüne Nischenoption. Sie sind der Schlüssel zu einer Ära der Fülle und Nachhaltigkeit – mit klugen Konzepten statt starren Dogmen.

Eine „Super Power“ aus quasi kostenlosem Ökostrom, die nicht nur den Strombedarf deckt, sondern auch Verkehr, Wärme und Industrie antreibt – das wäre ein Vermächtnis, auf das wir stolz sein könnten. Die Technologien dafür existieren. Jetzt liegt es an uns, die Chancen zu nutzen. Egal ob man jetzt die Meinung vertritt, dass Kernkraft „die Lösung“ ist oder Erneuerbare Energien, Fakt ist: Wir müssen unsere Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen so gut es geht Reduzieren, um der Welt und des Frieden willens. Es ist höchste Zeit, dass wir anfangen, Packen wir’s an.

 

Key Points:

  • 100% erneuerbare Stromversorgung bis 2030 möglich: Eine vollständige Deckung des Strombedarfs durch Solar, Wind und Batterien ist nicht nur technisch, sondern auch ökonomisch machbar – und zwar günstiger als alle konventionellen Alternativen. Das gilt für die gesamte USA und die allermeisten anderen Regionen weltweit.
  • Optimaler Mix dank „sauberer Energie-U-Kurve“: Es gibt einen idealen Kompromiss aus viel Solarenergie (wegen der unschlagbar niedrigen Kosten), deutlich weniger Windkraft und vergleichsweise geringer Speicherkapazität. Dieser Sweet Spot definiert das kostenoptimale System für 100% Erneuerbare.
  • Disruption des fossilen Energiesystems: Solar, Wind und Batterien werden nicht einfach konventionelle Kraftwerke 1:1 ersetzen, sondern ein völlig neues Stromsystem mit eigener Architektur und Logik schaffen. Das gleicht einem fundamentalen Paradigmenwechsel mit weitreichenden Folgen.
  • „Super Power“ als Treiber der Energiewende: Überschüssiger Ökostrom zu Grenzkosten nahe Null wird zum Game Changer. Dieses Potenzial erschließt völlig neue Möglichkeiten zur Dekarbonisierung in Sektoren wie Verkehr, Wärme und Industrie – eine echte „Super Power“ für die Energiewende.
  • Katalysator für Investitionen und Innovationen: Die „Super Power“ wird eine Welle von Investitionen, neue Geschäftsmodelle und Innovationen in diversen Branchen auslösen. Eine Green Economy mit sauberer, reichlich vorhandener Energie rückt in greifbare Nähe.
  • Volkswirtschaftlich hoch attraktiv: Eine komplette Umstellung der USA auf 100% Erneuerbare würde bis 2030 rund 2 Billionen Dollar kosten – eine überschaubare Summe gemessen am gewaltigen Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft.
  • Verdrängung fossiler Brennstoffe in großem Stil: Allein der Überschussstrom eines 100% erneuerbaren Stromsystems könnte rund die Hälfte aller fossilen Brennstoffe in anderen Sektoren ersetzen – ein Meilenstein für den Klimaschutz.
  • Synergie mit Elektromobilität: Im Zusammenspiel mit batterieelektrischen Fahrzeugen wird eine 100% regenerative Stromversorgung sowohl den Stromsektor als auch den Verkehrssektor vollständig Dekarbonisierung. Das entspricht einer Halbierung des gesamten CO2-Ausstoßes.
  • Paradigmenwechsel Energieeffizienz & Suffizienz: In einem System mit quasi kostenlosem Ökostrom im Überfluss geht es nicht mehr darum, Energie zu sparen, sondern sie bestmöglich zu nutzen.

 

Link zur Studie: RethinkX – Germany

Link zur Studie: RethinkX – Energy

 

Ich stehe Ihnen gerne zur Verfügung, wenn Sie energiewirtschaftliche Beratung benötigen

Mit meiner Erfahrung aus über 23 Jahren bei einem Energieversorger helfe ich Ihnen dabei, Ihre Energiebeschaffung zu optimieren. Ich begleite Sie von der Idee bis zur Umsetzung, damit Sie mit einer geeigneten Beschaffungsstrategie Ihre Energiekosten minimieren.
Hier können Sie ein kostenloses Strategiegespräch vereinbaren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Beitrag teilen
Facebook
Twitter
LinkedIn
Email
Print
Vielleicht interessiert Sie auch
Petrodollar
News

Ist der Petrodollar am Ende?

Der „Petrodollar“ am Ende? Derzeit gab es einige Videos in Social-Media und Artikel in den Medien, die besagen, dass ein 50-jähriges Abkommen zwischen Saudi-Arabien und den USA am 09.06.2024 ausläuft. 1974 soll es zwischen

Weiterlesen »

PeakPower Blog

Der Blog rund um Energie, Rohstoffe und Börsenhandel.

Michael K